Biomerie ist die automatisierte Identifikation oder Verifikation der Identität von Personen anhand von Verhaltensmustern oder physikalischen Eigenschaften dieser Personen.
Beispiele für biometrische Merkmale umfassen die Eigenschaften der Iris, der Hände, der Fingerabdrücke, oder der Sprache.
Welches ist die beste Biometrie-Lösung?
Jede Technologie hat Ihre Vor- und Nachteile, abhängig von der Anwendung und der Population, die biometrische Erkennungssysteme benutzt. Es gibt keine "beste" Lösung für alle Anwendungen. Neben der Zuverlässigkeit und Sicherheit der biometrischen Systeme müssen auch andere Faktoren wie Bequemlichkeit, einfache Bedienung, Akzeptanz durch die Benutzer, Durchsatz, Wartungsfreundlichkeit und natürlich die Kosten berücksichtigt werden.
Was für Vorteile bietet Biometrie gegenüber herkömmlichen Passwörtern?
Ein Passwort basiert definitionsgemäß darauf, etwas zu wissen, was nicht jeder weiß. Natürlich kann dieses Wissen an Dritte weitergegeben werden, oder auch verloren gehen.
Ein Passwort kann auch durch Diebstahl oder Fälschung in die Hände Dritter gelangen. Ein biometrisches Merkmal hingegen, das ja entweder eine physikalische Eigenschaft oder ein Verhaltensmerkmal ist, das für ein Individuum einzigartig ist, kann nicht weitergegeben werden oder einfach dupliziert werden. Da ein biometrisches Merkmal immer fest an eine Person gebunden ist, entfällt die Gefahr, das Erkennungsmerkal zu verlieren.
Kann jemand meine biometrischen Merkmale stehlen und damit auch meine Identität?
Biometrische Systeme können ein hilfreiches Werkzeug sein, den Diebstahl bzw. das Vortäuschen einer Identität zu erschweren. Während eine Karte gestohlen werden kann, eine PIN leicht erraten oder abgehört werden kann, können biometrische Merkmale nicht so einfach kopiert und mißbraucht werden. Ein biometrisches Merkmal in Verbindung mit einem Schlüssel (oder einer Karte), sowie einem Passwort oder einer PIN, kann die Sicherheit deutlich erhöhen.
Biometrie liefert eine starke Bindung zwischen einer Person und dem verwendeten Erkennungsmerkmal, welches das System für die Erkennung einer Person verwendet. Dies macht den Diebstahl einer Identität sehr schwer und sollte zu einer Verringerung der Fälle von Identitätsdiebstahl führen. Dennoch hängt die Stärke eines biometrischen Systems von der Sicherheit der Beziehung zwischen dem biometrischen Merkmal und der dafür gespeicherten Referenz (das sog. Template), ab. Wenn es dort Probleme mit der Integrität gibt, so kann dies von einem Betrüger ausgenutzt werden, um das System zu überlisten und eine falsche Identität vorzutäuschen. Allgemein gilt, dass, obwohl biometrische Systeme mit hoher Wahrscheinlichkeit das Ausmaß des Identitätsdiebstahls reduzieren werden, sie dennoch keine Garantie dafür sind, dass es nicht doch noch zu solchen Fällen kommen kann.
Ist es mit den Datenschutzgesetzen und den Menschenrechten vereinbar, wenn ich für den Zugang zu meinem Arbeitsplatz und meinen IT Geräten Biometrie verwenden muss?
Die Verwendung von Biometrie für die Feststellung einer Identität stellt, für sich alleine betrachtet, keinen Eingriff in Ihre Privatsphäre dar. Unter bestimmten Umständen können die Speicherung biometrischer Merkmale zusammen mit weiteren Informationen über Sie aber persönliche Daten darstellen. In diesem Fall sollten Ihre Informationen mit den selben Kontrollen und Einschränkungen behandelt werden, wie für persönliche Daten üblich und vorgeschrieben. Sie wären den gleichen Bedingungen und Beschränkungen unterworfen, wie für alle anderen persönlichen Informationen, wie z.B. den Europäischen Datenschutzgesetzen.
Biometrie kann für zuverlässige Identifikation und für die Authentifizierung von Personen benutzt werden. Dadurch stellt Sie Möglichkeiten bereit, die sowohl zur Stärkung der Privatsphäre, aber auch zu deren Schwächung dienen können. Dies hängt von der Art und Weise ab, wie man diese Technologie einsetzt. So könnte Biometrie beispielsweise dazu benutzt werden, medizinische Daten vor dem Zugriff unbefugter zu schützen. Sie könnte aber genausogut dazu verwendet werden, kriminaltechnische Überwachungen durchzuführen, die auch die biometrischen Merkmale von unschuldigen Bürgern erfassen würden, was durch einige Leute als Verletzung der Privatsphäre angesehen wird.
Was passiert, wenn ich mein biometrisches Merkmal wegen Krankheit oder Unfall nicht verwenden kann?
Für den Fall, dass ein biometrisches System wegen mangelnder Verfügbarkeit des biometrischen Merkmals des Benutzers nicht funktionieren kann (z.B. wegen einer Verletzung am für eine Fingerabdruckserkennung verwendeten Finger oder verletztem Auge bei Iriserkennung), können eventuell herkömmliche, alternative Verfahren in Sonderfällen eingesetzt werden. Dies hängt aber vom Betreiber des Systems ab und es gibt keine Garantie dafür. Einige Systembetreiber werden dies z.B. aus Sicherheitsgründen ablehnen. Auf alle Fälle wird die Alternative weniger schnell sein und weniger komfortabel zu bedienen sein, als die eigentlich vorgesehene Biometrielösung. Systeme, bei denen mehrere biometrische Merkmale gespeichert werden können, sind hier von Vorteil, wie z.B. die Fingerabdruckserkennung. Hier können je nach System bis zu allen zehn Fingern als Template hinterlegt werden, um im Verletzungsfall eines einzelnen Fingers oder auch einer ganzen Hand genügend alternative biometrische Merkmale benutzen zu können. Alle anderen Verfahren sind in diesem Punkt deutlich unterlegen.
Nachdem es viele Gründe geben kann, warum ein Benutzer unfähig oder auch nur unwillig sein kann, biometrische Merkmale für seine Identifikation oder Authentifizierung zu benutzen, werden die Betreiber biometrischer Systeme für solche Benutzer Alternativen bereitstellen müssen. Allerdings werden solche Benutzer möglicherweise eine Gebühr für diese Extraleistungen entrichten müssen und sich mit weniger schnellen und komfortablen Methoden zufriedengeben müssen.
Wenn Banken Biometrie am Geldautomaten verwenden würden, was hielte dann einen Kriminellen davon ab, meinen Finger abzuschneiden oder mein Auge auszustechen, um sich damit für mich auszugeben?
Die meisten Biometrielösungen sehen aus diesem Grund eine Lebenderkennung vor, um festzustellen, ob das vom Benutzer angebotene biometrische Merkmal zu einem lebenden Körper gehört, oder nicht.
Außerdem wäre der finanzielle Nutzen für den Kriminellen auch ohne Systeme mit Lebenderkennung auf wenige Transaktionen beschränkt, denn wegen des natürlichen Zerfalls organischen Materials wären die gestohlenen Gliedmaßen nur begrenzt nutzbar. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Krimineller wegen zwei bis drei Transaktionen am Geldautomaten (1000,- bis 1500,- EUR Gewinn) eine schwere Körperverletzung begehen, und damit sehr lange Haftzeiten riskieren wird, ist eher gering.
Biometrische System scheinen sehr teuer und kompliziert zu sein. Was rechtfertigt den hohen Preis?
Die Benutzung von Biometrie ist nicht immer die beste Lösung für einen bestimmten Benutzer oder eine bestimmte Anforderung, so dass auch hier eine sorgfältige Analyse der erwarteten geschäftlichen Nutzen und Sicherheitsvorteilen erfolgen muss. Es ist wichtig, die Vorteile biometrischer Systeme den Kosten und der Komplexität solcher Systeme gegenüber zu stellen und Biometrie nur dann einzusetzen, wenn dies für eine bestimmte Anwendung die beste aller Lösungen ist.
Werden wir eines Tages anhand unserer DNS identifiziert?
Heutzutage wird die DNS noch nicht als Biometrie betrachtet, da ihr das Element der automatisierten Gewinnung der Daten fehlt. Die Entwicklung auf diesem Gebiet schreitet aber rasch voran, so dass es möglicherweise in der nahen Zukunft zur allgemeinen Biometrielösung heranreifen könnte.
Wenn die Fingerabdruckerkennung an vielen Stellen zum Einsatz kommt, wird es dann einfacher für die Polizeibehörden Kriminelle zu erwischen?
Die Polizei hat nur Zugang zu den Fingerabdrücken von Leuten, die wegen eines Verbrechens angeklagt oder verurteilt sind, oder die diese freiwillig zur Entkräftung eines bestehenden Verdachts oder aus sonstigen polizeilichen Gründen abgegeben haben. Private, zivile und nicht den Polizeibhörden zugehörige biometrische Systeme speichern keine Bilder der Fingerabdrücke Ihrer Benutzer, sondern nur aus den Bildern generierte Datensätze, die den Fingerabdruck mathematisch beschreiben (Templates). Aus diesen ist es nicht möglich, das Bild eines Fingerabdrucks zu rekonstruieren. Die bei der Aufnahme neuer Benutzer geschossenen Bilder werden sofort nach der Generierung der Templates gelöscht.
Sind biometrische Systeme außer in Hollywood-Filmen überhaupt schon zum Einsatz gekommen?
Moderne Biometriesysteme werden seit den siebziger Jahren bereits verwenden und sind heutzutage in einem breiten Spektrum von Anwendungen im Einsatz. Biometrische Zugangskontrolle zu Grundstücken und Gebäuden oder zu Datenverarbeitungssystemen war die treibende Kraft für ihre breite Akzeptanz als Mittel zur Verbesserung von Sicherheit und Benutzerkomfort.
Hier finden Sie weitergehende Informationen zu den Themen Biometrie, Fingerprint und Datenschutz.





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